Ge 2/4 222
Der Umbau
Als ich eine zweite LGB Ge 2/4 205 erhielt, entschied ich mich, daraus die RhB Ge 2/4 222 zu bauen. Dazu waren Änderungen am Dach, an den Fronten und auf der einen Seite des Lokkastens nötig. Zusätzlich mussten noch ein paar Behälter und Leitungen am Unterbau angebracht werden. Da es sich um meinen ersten Lokumbau handelte, war noch nicht sehr viel Erfahrung vorhanden. Deshalb wusste ich zu Beginn auch nicht, wie ich den Umbau realisieren werde. Als ich im Buntbahnforum dann einen Umbau dieser Lok von Ottmar Görgen fand, geriet ich an den richtigen Mann. Er konnte mir von den, für den Umbau benötigten, Teilen ein paar Abgüsse aus Resinguss erstellen. Dies erleichterte die Umbauarbeit anschliessend ungemein.
Die LGB Ge 2/4 205 war eine der ersten RhB Lokomotiven, die von LGB produziert wurden. Die Lok, welche ich erhielt, war in einem schlechten Zustand und nicht mehr fahrtüchtig. Als erstes wurde die Lok in ihre Einzelteile zerlegt. Da die Antriebswelle der alten LGB Motoren sehr viel Spiel hatte, war in den Loks noch eine Konstruktion mit kleinen Kügelchen vorhanden, um dieses Spiel zu beseitigen. Den defekten Motor, ersetzte ich zu Beginn der Umbauarbeiten. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich die ausgelaufenen Zahnräder ersetzt. Anschliessend wurden vorne und hinten an dem Unterbau die Übergangstrittbretter, welche bei der 205 bedingt durch die Mitteltür vorhanden waren, entfernt und die Oberfläche mit Spachtelmasse und Schleifpapier schön glatt gearbeitet. Für jede Seite wurde ein Schneeräumer eines LGB Krokodils so angepasst, dass dieser ebenfalls montiert werden konnte. Es war darauf zu achten, dass die Schneeräumer nirgends blockieren, so dass die beiden Vorläufer ihre Bewegungsfreiheit nicht verlieren. Somit war der Motorblock bereits fertig und konnte grau lackiert werden. Am Unterbau wurde der Kasten entfernt und durch einen grösseren ersetzt. Zusätzlich wurden ein paar Leitungen und ein kleiner Druckluftbehälter hergestellt und montiert. Somit war auch der Rest des Unterbaus fertig und konnte lackiert werden. Lackiert wurde mit Revell Airbrushfarben, welche ich selbst mischte. Vor der Farbe wurden sämtliche Teile noch grundiert, damit die Farbe auch gut haftet.
Nach dem der Unterbau fertig war, standen die Arbeiten am Dach der Lok an. Am Dach musste zuerst ein Pantograph demontiert und anschliessend die Halterungen abgesägt werden. Danach wurden die 6 Resinteile miteinander verklebt, so dass der Widerstandskasten daraus entstand. Dieser musste anschliessend nur noch auf das Dach montiert werden. In der Ecke des Lokkastens in der die Leiter montiert ist wurde auf dem Dach ein Haltegriff aus Messingdraht erstellt. Nachdem das Dach silbrig lackiert wurde, waren auch die Arbeiten am Dach abgeschlossen.
Die grösste Herausforderung am Umbau war der Lokkasten. Begonnen wurde mit den einfachsten Arbeiten. Die Kastenattrappen auf der einen Seite der Lok, wurden als Resingussteile hergestellt. Diese wurden auf der Rückseite flach abgeschliffen. Nachdem auch der Lokkasten mit feinem Schleifpapier angeraut wurde, konnten die Türattrappen angeklebt werden. Anschliessend wurde eines der Fenster auf der Seite des Lokkastens mit Jalousien zugeklebt. Diese hatte ich ebenfalls als Resinteile, genau so wie die Nummernschilder. Die Jalousien mussten lediglich an die Fensterform angepasst werden. Die meiste Arbeit gaben die beiden Fronten. Als erstes wurden die drei Fenster zu einem grossen gefeilt und die Messing Fensterrahmen eingesetzt. In den Hohlraum in der Mitte konnte ein 2mm ABS Plättchen eingepasst werden. Sämtliche Unebenheiten und die Aussparungen der Nummern wurden mit Spachtelmasse aufgefüllt. Nach dem Aushärten wurde die Front mit Ausnahme der Zierlinien und der Fensterrahmen glatt gefeilt und geschliffen. Ursprünglich war geplant, die LGB Lampen wieder zu verwenden, jedoch habe ich mich während des Umbaus anders entschieden. Die LGB Lampen schienen mir zu gross, deshalb habe ich mir selbst kleinere Lampen aus Resin gegossen. Die Schwierigkeit bei den kleineren Lampen war, die LGB 5V Birnchen darin unterzubringen. Durch die kleineren Lampen entstand auch Platz für weitere Details, wie die Steckdosen, die Lampenhalterungen und die Drähte, welche zu den Lampen führen. Die Fahrberechtigungslampe ist als Attrappe ohne Funktion angebracht. Nachdem sämtliche Details angebracht waren, wurde der Kasten zuerst grundiert und anschliessend in brauner Farbe lackiert. Die Firmenschilder wurden für die Lackierarbeiten abgeklebt, damit diese nicht neu erstellt werden mussten. Details wie die Lampen wurden mit dem Pinsel von Hand angemalt. Als alle Teile fertig lackiert waren, wurde die Lok wieder zusammen gebaut.
Die Revision
Im Sommer 2020, der Umbau der Lok lag bereits mehr als 10 Jahre zurück, war für die 222 eine Revision fällig. Einige Teile waren abgebrochen und zusätzlich waren mittlerweile auch diverse weitere Teile, wie passende Schneeräumer oder die Lockpfeife verfügbar. Also habe ich die Lok sanft revidiert, elektronisch auf den neusten Stand gebracht und farblich etwas ausgebessert. Nun ist Sie wieder gerüstet für die nächsten 10 Jahre.
