LGB ABe 4/4 I 30-34

Vorbild: 

Die Berninabahn besass ursprünglich 14 Triebwagen vom Typ BCe 4/4 mit den Nummern 1-14 sowie drei aus der zweiten Serie vom Typ BCFe 4/4 mit den Nummern 21-23. Die zweite Serie erhielt zusätzlich ein Gepäckabteil, wodurch die Triebwagen etwas mehr als einen halben Meter länger waren als die der Nummern 1-14. Nach dem die Berninabahn mit der RhB im Jahre 1943 fusionierte, wurden 9 Triebwagen umgebaut und modernisiert. Unter anderem erhielten Sie dabei neue Kasten, von aussen ist dies vor allem an Fenstern zu erkennen. Bei den ursprünglichen Kasten waren die ecken der Fenster unten rechtwinklig, bei den neuen Kasten hingegen abgerundet. Weiter erhielten die Triebwagen fortlaufend auch Scherenstromabnehmer, ab 1969 durften auf der Berninabahn keine Fahrzeuge mehr mit Lyra Stromabnehmer fahren. Im laufe ihres Lebens wurden die Triebwagen zudem auch im Bereich der Schneeräumer angepasst, was die Frontansicht der Fahrzeuge doch stark beeinflusste. Ursprünglich waren die Schneeräumer gerade Bleche, welche durch gebogene Bleche ersetzt wurden. 

Während die Triebwagen 31-34 aus Triebwagen der ersten Serie umgebaut wurden, war die Nummer 30 aus dem Triebwagen 22 aus der zweiten Serie entstanden. Somit war dieser etwas länger und wies auf einer Seite eine andere Fenster Teilung auf. Die Triebwagen 30-34 wurden zudem elektrisch so angepasst, dass Sie sowohl auf der Berninalinie mit 1000V DC als auch auf der Arosalinie mit  2200V DC eingesetzt werden konnten. Die Triebwagen 35-38 unterschieden sich nach dem Umbau dadurch, dass sie zwei Pantografen erhielten, während die Triebwagen 30-34 weiterhin nur einen auf dem Dach hatten. 

Die LGB Modelle

Als im Jahr 2004 der Triebwagen mit der Nr. 32 von LGB angekündigt wurde, war die Vorfreude gross und der Triebwagen fand den Weg zu uns. LGB lieferte dann auch ein solides Grundmodell, nicht ganz stimmig sind die Schneeräumer sowie das etwas zu hochbeinige Erscheinungsbild. So kamen über die Jahre weitere Triebwagen vom selben Typ dazu. Zeitweise befanden sich vier LGB Triebwagen vom Typ ABe 4/4 I in unserem Fahrzeugpark. Zwei davon sind die gelben „Kessler Zwillinge“ mit den Nummern 30 und 34. Diese sind heute bei der RhB noch in Betrieb als historische Fahrzeuge.  Die beiden weiteren waren die Nr. 31 in der letzten roten Variante sowie die Nr. 32 in rot mit goldenem Zierstreifen und weissem RhB Logo. Als ich einen zweiten Triebwagen aus der Eigenbauserie wie die Nr. 35 erwerben konnte, habe ich mich dazu entschieden, meinen LGB Triebwagen Nr. 32 zu verkaufen und stattdessen den Eigenbau in die Nummer 32 um zu beschriften. 

LGB hat bisher zwei Formvariante des Triebwagens aufgelegt. Die erste Varianten der Triebwagen 31-34 in der Form, wie sie im Jahr 2000 noch bei der RhB vorhanden waren, jeweils mit verschiedenen Farben und Nummern. Da gab es die Nummern 31, 32 und 34 in rot, die Nummern 34 in gelb, die Nummer 33 in grün sowie die Nummer 34 in grün-creme. Bei der grünen und der grün-crèmen Variante ist LGB einen Kompromiss bei den Schneeräumern eingegangen, diese hätten eigentlich noch die alte Form aufweisen müssen. Ebenfalls stellt die gelbe Nr. 30 von LGB einen Kompromiss dar. Das Modell müsste eigentlich etwas länger sein und eine angepasste Fenster Teilung aufweisen. Ich habe aber darüber hinweg gesehen, und trotzdem beide gelben Triebwagen gekauft, zu gut gefällt mir die Kombination der Kessler Zwillinge. 

Die zweite Formvariante von LGB war der BCe 4/4 I mit Lyra Stromabnehmern und ohne die Dachwiderstände, somit mit  einem komplett geänderten Dach. Diese zeigt den Zustand der Triebwagen bei der Auslieferung an die Berninabahn. Auch hier ist LGB eine Kompromisse eingegangen, Die Kastenform stimmt nicht, da LGB den Kasten der modernisierten Triebwagen verwendet hat. Dieser hat die abgerundeten Fenster, welche die Triebwagen in der Ursprungsform nicht hatten. Ebenfalls passen die Schneeräumer nicht ganz zu dieser Variante, wie bei den grünen und grün-crèmen Fahrzeugen. 

Wen die LGB Kompromisse bei den Schneeräumern und der Hochbeinigkeit stört und das gerne anpassen möchte, findet unter Modellbau einen Beitrag, der diese Änderungen beschreibt.